MA*GA - made in Italy
- casawuelfingen
- 5. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Zufällig stiess ich kürzlich auf einen Artikel über eine Kandinsky-Ausstellung im MA*GA. Mein Interesse am Künstler und die aktuelle Allgegenwärtigkeit des Akronyms liessen mich lesen. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, dass es in Gallarate, nahe dem Flughafen Malpensa, seit 1996 ein Museum gibt, das mittlerweile als eines der bedeutendsten für zeitgenössische italienische Kunst gilt. Zunächst 1966 als Civica Galleria d’Arte Moderna di Gallarate gegründet, wurde es 2010 mit dem Umzug in das sehenswerte neue Gebäude in MA*GA - Muso d’Arte Gallarate - umbenannt. Der Bestand der Sammlung geht auf den 1949 durch den Künstler und Kunstkritiker Silvio Zanella ins Leben gerufenen Premio Nazionale Arti Visive Città di Gallarate (Premio Gallarate) zurück. Erklärtes Ziel dieses Preises war es, durch Ankäufe der prämierten Werke eine städtische Sammlung aufzubauen - eben das heutige MA*GA. Neben den Ausstellungen zu dem mittlerweile alle zwei Jahre durchgeführten Wettbewerb - in diesem Jahr zum Thema “ARTE VIVA. Processi partecipativi e performativi come pratica” - gibt es thematische Expositionen wie die zu Kandinsky und Italien. Die Ausstellung zeigt rund 130 Werken, darunter ca. 20 Hauptwerke von Kandinsky. In drei Kapiteln führt die Schau vom Bauhaus-Kontext der 1920er/30er Jahre über Kandinskys Mailänder Ausstellung in der Galleria del Milione (1934), ergänzt um einzelne Werke von Klee, Arp, Miró, Calder und Tàpies, mit denen er teilweise in engem persönlichen, teilweise im künstlerischen Dialog stand, bis zu Künstlern wie Fontana, Licini, Melotti, Accardi oder Dorazio, die seine Ideen in Italien weiterentwickelten.
Der Besuch der Ausstellung bescherte uns einen kurzweiligen Vormittag und einen Einblick in die Gesamtstruktur des MA*GA. Dazu gehören die Sala Arazzi Ottavio Missoni und ein Lesesaal mit Bibliothek. Seit der grossen Schau „Missoni. L’arte, il colore.“ im Jahr 2015, die den Dialog von Ottavio und Rosita Missoni mit der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts zeigte, gibt es die Sala Arazzi, einen Mehrzweckraum, der permanent mit Teppichen und Textilarbeiten von Missoni ausgestaltet ist. Der Lesesaal beherbergt eine der bedeutendsten Museumsbibliotheken mit rund 30`000 bis 35'000 Bänden moderner/zeitgenössischer Kunst, Kunsttheorie, Museologie, Architektur, Design, Fotografie und verwandten Themen; dazu viele Zeitschriften, Kataloge und audiovisuelle Medien.
Abgerundet wurde der Besuch in Gallarate durch ein Mittagessen bei Gattuso E Bianchi - Fischgeschäft mit Bistro und auch eine Empfehlung wert. Zwar endet die Kandinsky-Ausstellung schon am 12. April, eine Reise zum MA*GA lohnt sich aber sicher auch für die nächsten Events.

















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